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Äthiopien Reisebericht Äthiopien Reisebericht
Äthiopien – das Dach Afrikas (die historische Route) Äthiopien hat mich persönlich sowohl landschaftlich als auch von den Menschen her tief beeindruckt und ich kann eine Reise dorthin wärmstens empfehlen, sofern man gewillt ist, auf Komfort zu verzichten. Denn derzeit ist zwar eine gewisse Infrastruktur vorhanden und auch weiter im Aufbau begriffen. Dennoch ist eine Reise durch das Land, sofern man nicht per Flugzeug von Ort zu Ort jettet, mit viel Fahrerei verbunden, mit noch mehr Staub unterwegs und mit Hotels, die einige Mängel aufweisen. Die Entschädigung dafür liegt in der Einzigartigkeit des Landes, die mit keinem anderen zu vergleichen ist. Deshalb kann man es auch nur schwer beschreiben; dennoch will ich es versuchen: Die beste Reisezeit sind die Monate Oktober, November, (Februar), März und April. Davor und danach ist es zu heiß, zu kalt oder zu nass. Ich war in Nordäthiopien (die historische Route) unterwegs – wie schon so oft aus Überzeugung mit Studiosus. Da bin ich mir sicher, dass die bestmöglichen Hotels gebucht sind und des Weiteren die Fahrstrecken in bequemen Landcruisern und nicht in einem Bus erfolgen. Außerdem sind mir persönlich umfassende und erschöpfende Informationen über „meine“ Reiseländer wichtig. Ganz besonders, wenn es sich um ein solch geschichtsträchtiges Land handelt. Nicht zu Unrecht wird Äthiopien „das Dach Afrikas“ genannt. Denn es ist eines der höchst gelegenen Länder des afrikanischen Kontinents. Die Hälfte der Gesamtfläche, die übrigens etwa das Dreifache von Deutschland beträgt, liegt höher als 1200 Meter und erreicht über 4500 Meter. Die Hauptstadt Addis Abeba liegt bereits auf 2370 Metern Höhe. Bekannt ist auch der „Große Afrikanische Grabenbruch“. Ein gigantischer Riss in der Erde, der in vielen Millionen Jahren das Land auseinander reißen wird. Da, wo die Erde unablässig auseinander driftet, werden immer wieder spektakuläre prähistorische Funde gemacht. Der bekannteste ist das weibliche Skelett eines kleinen, etwa 1 Meter großen Wesens, das als Bindeglied zwischen Affen und Menschen gilt und bereits den aufrechten Gang kannte. Die Rede ist von „Lucy“, die vor ungefähr dreieinhalb Millionen Jahre gelebt hat. Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 80 ethnischen Gruppen, die von wenigen Hundert bis zu mehreren Millionen reicht. Die größten Gruppen leben im Norden. Das sind die Amharen, gefolgt von den Oromos, den Tigre, den Somalis und den Afra. Etwa 85% aller Äthiopier leben auf dem Land. Die sozialen Strukturen gleichen auch in den großen Städten der ländlichen Lebensform, bei der die Familie im Zentrum steht. Es werden etwa 83 Sprachen und über 200 Dialekte gesprochen, die sich in drei Sprachgruppen unterteilen: Amharisch (das ist die Amtssprache), Tigrisch und Aramäisch. Jedes amharische Schriftzeichen, von links nach rechts geschrieben, steht für eine Silbe, die aus einem Konsonant und einem Vokal besteht. Die Vokale werden als Kringel oder Haken an den Konsonanten angehängt. Die Straßen in Äthiopien sind im Großen und Ganzen ziemlich schlecht. Sand- und Schotterpisten, tausendfach geflickte Teerdecken, Löcher, Kanten, Risse, nimmer enden wollende Steigungen und unzählige Kurven durchziehen das Land. Mit einem Geländewagen unterwegs zu sein, ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber auf jeden Fall empfehlenswert. Neben den motorisierten Verkehrsteilnehmern kommen überall Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Rinder mit spitzen Hörnern, Ochsen, Kamele dazu. Und eine unermessliche Anzahl von Esel, die in großen Herden meist die ganze Straßenbreite einnehmen. Dass die lange Strecke, die man als Tagesetappe vor sich hat, noch mehr Zeit in Anspruch nimmt als eingeplant, liegt oft an den Touristen, die just dann aus dem Fahrzeug springen, wenn „so richtig was los ist“. Und sobald ein Reiseteilnehmer fotografiert, wollen alle anderen auch. Und schon sind auch Einheimische da, die – wo immer sie so schnell hergekommen sein mögen – auch gleich ein bisschen „smalltalken“, etwas verkaufen und in den letzten Jahren auch zu betteln beginnen. „Give money“ ist eine oft gestellte Frage, die ein einfältiger Reisende mit „have not“ zu beantworteten wusste und ab sofort nicht mehr weiter behelligt wurde. Durch die kontinuierliche Präsenz des Christentums, das etwa 300 n. Chr. in Äthiopien Einzug hielt, entstanden die weltweit einzigartigen Felsenkirchen. Kaiser Lalibela ließ im gleichnamigen Ort im 13. Jahrhundert 11 Kirchen dieser Art errichten. Deshalb kann man die Kleinstadt Lalibela als das Juwel jeder Äthiopienreise bezeichnen! Es handelt sind um Kirchen, die im Ganzen aus dem Fels (roter Basaltlava) geschlagen wurden. Der Sage nach haben Engel geholfen, diese Wunderwerke zu vollbringen. Beinahe könnte man es glauben! Die bekannteste von ihnen ist die in Kreuzform gearbeitete Kirche des Heiligen Georg. Manche Kirchen sind durch schmale Gassen miteinander verbunden und durchwegs sehr beeindruckend.
Hinzugefügt am 31.12.2010 - 10:43:15 von snowflakes - 1 Benutzer
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